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    Frage Gigabitleitung... nur 25% Leistung ... ist das normal?

    Hallo zusammen,

    weiß nicht wie ich beginnen soll.. aber ich brauche mal ein paar Erfahrungsberichte.
    Unser Unternehmen hat sich bei der Telekom jetzt eine Gigabitleitung geleistet.
    Die Performance ist dermaßen unterirdisch, und die Telekom windet sich in Ausreden.

    Maximal knapp 30 MegaBYTE pro Sekunde in Summe. Gigabit sollte aber 1024 / 8 = 128 MegaBYTE pro Sekunde sein.



    *** Wie alles begann:

    Nachdem der Handout 4x verschoben wurde, kam zwei Tage vor Release ein Anruf vom Dispatcher.. wir können den Termin (erneut) nicht 100%ig garantieren... wir müssen zunächst andere (bei uns lokale) Kunden fragen, ob sie ggf. Glasfaser abzugeben bereit sind. (Wie kraß ist DAS denn bitte?! Entweder gibts die Bandbreite oder nicht! - Wie kann man uns sowas verkaufen?!)

    Dann einen Tag später kam der Vermessungstechniker.. überraschend für uns.. weil unangekündigt, hat alles durchgemessen.. Dämpfung und Co.. alles top. Dann Tags drauf kam der Telekom-Mensch mit dem Router und hat alles installiert.

    Supi dachten wir, und haben uns noch im Beisein des Technikers, und nachdem dieser fertig gemeldet hatte, dran gemacht, die Performance zu testen.



    *** erste Tests im Beisein des Installateurs:

    Kurz gegoogled und 10 Gigabyte Test-Files bei verschiedenen Anbietern im Netz gefunden. Diese haben wir dann auf drei Rechnern im internen Netz gezogen.

    - Verschiedene Anbieter deshalb, weil man sonst ja argumentieren könnte, die Rate des Gegenüber käme durch einen Flaschenhals, sei gefiltert, oder sonst wie verlangsamt.

    - auf verschiedenen Rechnern gleichzeitig, da man sonst ja argumentieren könnte, die Speichergeschwindigkeit eines Rechners sei zu langsam

    Testergebnis:
    Download 1 gestartet... ging hoch auf etwa 30 MegaBYTE pro Sekunde
    Download 2 zusätzlich gestartet von anderem Anbieter.. --> Download 1 ging runter, so wie Download 2 hoch ging
    Download 3 zusätzlich gestartet von drittem Anbieter --> Download 1 und 2 gingen runter, wie Download 3 hoch ging.

    Das gleiche dann auf Rechner 2 und 3 getestet...
    dann das gleiche nochmal parallel auf allen drei Rechnern..
    und egal welcher Rechner und auch ob parallel oder nicht.. die Rate wurde immer kleiner, sobald ein weiterer Download hinzukam. In Summe jedoch nie größer als 30 MegaBYTE pro Sekunde.

    Dazu konnte uns der Installateur nichts sagen.. und meinte.. "Machen Sie bitte ein Störungsticket, wenn Sie nicht zufrieden sind" oder ähnlich und hatte es recht eilig die Location zu verlassen.



    *** Tag 2:

    Wir dachten uns, um das lokale Unternehmensnetzwerk auszuschließen, testen wir doch mal mit einem einzigen Rechner (mit Gigabit-NIC .. ist klar) DIREKT am Telekom-Router. Also.. alles andere rausgezogen.. und den einen Rechner angesteckt.
    Dann.. und damit man nicht sagen kann die Festplatte sei der Flaschenhals, haben wir eine RAM-Disk eingerichtet. Speed-Test hat ergeben, daß diese mit 3500 MegaBYTE pro Sekunde schreiben kann. - Ganz okay also und absolut ausreichend für unseren 128 MegaBYTE-Schreibtest. :>

    Gesagt, getan. Erneut der Test von oben.. jedoch andere Testfiles und nur auf diesem einen Rechner.

    Ergebnis: Maximal 30 MegaBYTE in Summe über alle drei Downloads. Jeder einzelne Download auch 30 MegaBYTE, und bei parallel hinzukommenden Downloads fallen jeweils andere Downloads um die Summe, die der neue DL einnimmt.

    Spätestens jetzt ist für uns als Admin-Team bewiesen, daß eine Bandbreitendrosselung vorliegt, zumal diese 30 MegaBYTE pro Sekunde als oberes Limit sehr konstant anliegen.



    *** Tag 3:

    Störungsticket bei der Telekom eröffnet.. man wird einen Meßtechniker vorbeisenden.



    *** Tag 10:

    Meßtechniker vor Ort. Mißt zu unserer Überraschung volles Gigabit hoch und Gigabit runter im Loop-Test Layer3 innerhalb des Telekom-Netzes zum Backbone.

    Damit war das Thema für ihn klar. Laut Vertrag kann er nur innerhalb des Telekomnetzes für Gigabit sorgen. Im Internet ja nicht, meint er.
    Das Argument ist nachvollziehbar, jedoch ist die Konstanz der 30 MegaBYTE pro Sekunde recht verdächtig. Wäre es nur ein Flaschenhals bei einem Hop zu einem Zielserver, so würde es ja nur bei der einen Verbindung auftreten, und dann auch nicht so konstant. Wir haben aber viele verschiedene Verbindungen gleichzeitig getestet, zu verschiedenen Zielservern. Diese kommen definitiv über verschiedene Hops und somit scheidet das Argument aus.



    *** Tag 12:
    Anruf von nem Telekom-Tech-Nerd, der mit Vokabeln auftrumpfte wie Window-Size und TCP-Overhead, die aber allesamt lachhaft sind.
    Der TCP-Overhead kann unmöglich 75% ausmachen. Ebenso nicht der Verlust durch die Window-Size.

    Dann kam er mit TCP sei so aufgebaut, daß einer mit einer großen Leitung nicht die gesamte Kapazität des Backbones nutzen kann...
    Außerdem sei die Anzahl der maximalen gleichzeitigen Verbindungen für TCP pro Rechner begrenzt, sodaß wir ggf. Einbußen dadurch hätten. (So eine gequirlte Sch... - Der Router schafft 65.000 gleichzeitige Verbindungen.. ein netstat -n|wc -l bringt zu Tage, daß gerade mal 110 aktiv sind.. und die CPU sowie die NICs "gewissermaßen" vor sich hin idlen)

    Irgendwie alles lachhafte Argumente. Entweder man KANN Gigabit, oder man kann es nicht anbieten.
    Die Telekom diskreditiert sich auf breiter Front.. weder können sie Termine halten, noch weiß der Dispatcher was die Techniker machen und wann sie wo sind, noch wissen sie wie die Bauarbeiten vorankommen... und nun können sie nur 25% der versprochenen effektiven Gigabit-Bandbreite leisten... und besitzen nichtmal die Größe das zuzugeben.

    Nun wollen die aber freilich 100% der vereinbarten monatlichen Summe haben, liefern aber nur 25% Leistung.
    Laut neusten Gerichtsbeschlüssen kann man imo die Zahlung anpassen, wenn die Leistung nicht stimmt, wie ich hörte...

    Aber bevor wir solche Schritte gehen, möchte ich lieber erstmal in Foren fragen, ob ggf. schon jemand Erfahrung mit Gigabitleitungen machen durfte, und wie da die Performance so war... welche Testserver benutzt wurden, und welche Meßmethoden......

    Eventuell kommt so ja mehr Licht ins Dunkel.
    Vieleicht hat die Telekom ja sogar Recht, und unsere Meßmethoden sind fatal schlecht... aber da hätte ich gern mal eine passable Begründung gehört...



    Edit: Heute haben wir mal einen Test mit Torrent gemacht, um das Argument zu entkräften, daß der Flaschenhals auf dem Weg zu den Zielservern liegen sollte. - Also gewissermaßen die HOPs zwischen uns und den Servern, wo wir die Testfiles herunterladen.
    Wer Torrent kennt, der weiß daß die Peers rund um die Welt verteilt sitzen, und GARANTIERT verschiedene Wege durch das Internet nutzen. - Sollte sich bewahrheiten, daß die DL-Rate auf diese Weise AUCH nur 30 MegaBYTE/s in Summe beträgt, wäre die "langsame HOP"-Theorie der Telekom widerlegt.

    Wir haben also drei verschiedene (legale) ISOs gleichzeitig geladen, und siehe da.. in Summe 30 MegaBYTE/s!
    Auf einem zweiten Rechner begann ich parallel dazu die von oben bekannten drei 10GB-Testfiles herunterzuladen. Ich hatte jeweils 250 KILOBYTE/s!!!!

    Bei einer Bandbreite von 128 MegaBYTE/s (Gigabit) sollte zusätzlich zu den 30 MegaBYTE/s des ersten Rechners ja noch eiiiiniges an Ressourcen übrig sein, um die drei Testfiles spielend und in mehreren MegaBYTE/s herunterzuladen. - Nix da.

    Dann habe ich auf Rechner 1 die Torrents beendet, und siehe da: Magischerweise stiegen die Download-Raten der Testfiles auf Rechner 2 auf (in Summe) 30 MegaBYTE/s!

    Telekomargumente widerlegt... würde ich mal sagen.

    Was sagt ihr dazu?
    Geändert von MRissler (17.05.2017 um 01:15 Uhr)


 

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